Haarmultiplikation – eine neue Hoffnung

Haarausfall und Glatze betreffen Millionen von Menschen. Alle bisherigen Mittel und Methoden habe es bis zum heutigen Tag nicht geschafft, die natürliche Haarpracht sicher wiederherzustellen. Mit einer Haartransplantation gelingt es zwar eine optisch gute Verbesserung zu erreichen, mit fortschreitendem Alter und anhaltendem Haarausfall wird die Entnahme weiterer Haare jedoch immer problematischer.

Doch es gibt eine neue Hoffnung die in greifbare Nähe rückt: die Haarmultiplikation. Das Grundprinzip ist sehr einfach: Haare neu züchten und nach Belieben in die Kopfhaut anpflanzen.

Es klingt banal ist es aber nicht. Tatsächlich beschäftigen sich Forscher seit mehr als vier Jahrzehnten mit der Frage, wie überhaupt das Haar funktioniert, und wie man den natürlichen Haarwuchs wiederherstellen könnte. Es ist leider nicht so, dass man ein Haar einfach ausreißen kann, und es sich von selbst in einem geeigneten Medium vermehrt.

Tatsächlich ist der Haarwuchs ein hochkomplexer Vorgang, der in vielen Teilen auch heute noch nicht vollständig verstanden ist. Die Veranlagung zum Haarwuchs ist schließlich schon in der ersten Stammzelle des Menschen (und natürlich auch der behaarten Säugetiere) hinterlegt. Es ist normal, dass ein Baby mit mehr oder weniger Haaren auf die Welt kommt, die Haare anschließend von selber zu wachsen beginnen, in der Pubertät die Haare sich weiter auf die Bartregion ausweiten und schließlich im Alter weniger werden.

Niemandem fällt im Alltag auf, dass neben diesem Lebensalter bedingten Ablauf auch noch die Haare laufend erneuert werden. In der Tat ist es so, dass die Haare nur eine Lebenszeit von etwa 2-10 Jahren besitzen, und dann ausfallen und sich erneuern. Jedes Haar tut dies alleine und völlig unabhängig von den anderen Haaren, so dass dies dem normalen Menschen gar nicht auffällt. In der Tat spricht man es dann von Haarausfall, wenn mehr als die normalen 40 Haare pro Tag ausfallen.

Haare wachsen aus der Haarwurzel heraus. Aber wie die Wissenschaftler heute gefunden haben, spiegelt bei der Auslösung von Haarwachstum die Einbindung in die umliegenden Hautzellen eine wichtige Rolle.

Im Prinzip gibt es derzeit zwei Gedankenkonzepte, wie man Haare vermehren kann:

  • Erstens vorhandener Haare einfach mechanisch aufteilen, und die einzelnen Teile anwachsen lassen
  • Zweitens die vorhandenen Hautzellen im Labor wachsen lassen, wobei ein geeignetes Mittel zu suchen ist, welches das Wachstum auslöst sowie die geeigneten Wachstumsbedingungen zu treffen sind

Nach den ersten Experimenten von Dr. Gho, die heftig umstritten waren, gibt es nun mehrere konkrete Ansätze, die inzwischen auch in klinischen Studien geprüft werden. So erhofft sich das Unternehmen Trichoscience (englisch: Trichoscience) noch im Jahr 2010 die ersten konkreten Ergebnisse ihrer klinischen Studie vorlegen zu können.